tag 33: ... but don't look back in anger, I heard you say ...

Damen und Herren, nachdem ihr jetzt schon so lange nichts mehr von mir gehört/gelesen/gesehen habt und ich mich für diesen Informationsausfall so langsam nicht mehr wirklich verantworten kann, bin ich mal wieder in die Ein-Frau-Redaktion in meinem Supercomputer gestürmt und hab mit die neuesten Nachrichten gekrallt, mich durch die skurrilsten Akten gekämpft und mit dem FBI, der Cosmopolitan und Caro Korneli persönlich telefoniert, um nur für euch allerliebste Leserpeople das Wichtigste vom Wichtigsten rauszusuchen und "ma richtig einen rauszuhauen" (Zitat S. Beul). Nun, zwischen Zeitungen und Ordnern full of Artikeln über Kyrill, die neue Nichtraucherei und die Klimakatastrophe (die mir als grüne Fee natürlich besonders ans Gemüt geht, denn gestern hab ich noch einen Film mit Eisbären gesehen, die wohl bald im Meer verschwinden werden), habe ich mir eine Sensation, ein nachrichtendienstliches Supermegaevent genommen, ich bin noch ganz zittrig in den Händen von der Verwüstung, die ich hier vor mir sehe und kann nicht anders als laut loszubrüllen: Britney hat eine Glatze! Man wirft in der journalistischen Welt schon mit allerlei Behauptungen um sich (Drogen, Alkohol, Läuse), doch ich, als abgebrühte Tausendsassa, weiß natürlich den wahren Grund dieses Ausbruches: Ich glaube nämlich felsenfest daran, dass Britney sich nach der Trennung von dem liebevoll so genannten KFed mit eben jenem KFed nicht überein gekommen ist, wie hoch seine Auslösesumme sein soll, worauf sie nach Los Angeles gefahren ist und sich in ihrer ganz persönliche kleinen Bank unter den Rocky Mountains, die ihren Eingang unter ihrem Stern auf der Hall of Fame hat, eingeschlossen hat, 24 Stunden dort einen Hungerstreik veranstaltete, um dann zu bemerken, dass sie den Schlüssel im Schlaf gegessen hatte - im Glauben, es sei ein Weingummi - weswegen sie von dort aus mit einem Kabeltelefon ihre Stylistin, die in Wahrheit Britneys einzige Freundin ist, anzurufen und ihr zu befehlen, eine Ladung TNT in die Tür des Geheimeinganges zu bugsieren, der dann nach kurzer Montierungszeit und mit Hilfe eines Straßenfegers zündete, wobei Britney einen Stein an den Kopf bekam und den Geist mit Sinead O'Connor tauschte. Also, falls die in den nächsten Tagen Hotpants und Cowboyhüte tragen sollte, macht euch keinen Kopf, es is de Brit.

Ach, außerdem, wo wir gerade bei Schicksalstragödien sind: Ich darf euch da draußen nun feierlich mitteilen, wie meine Zukunft, die ich so gerade eben fest beschlossen habe, aussehen wird (und macht euch auf echt viel Glamour, Glitter und Tabularasa gefasst): Ich werd nämlich mein Abi machen, danach nach Berlin ziehen, in der Zeit, in der Lukas seinen Zivi macht, mich bei Viva casten lassen und dort die Kuttner.-Show weiterführen und damit einen großen Haufen Geld verdienen, womit ich mich dann als Designerin profiliere! Super! So, und jetzt muss ich aufhören! Liebste Grüße an die beiden genannten Jungs, an die anderen alle natürlich auch, tschö!

1.3.07 16:30


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tag 34: ... you*ll be my star, I*ll be your sky you can hide underneath when you come out at night .

Damen und Herren, ich glaube, ich muss mich bei euch da draussen entschuldigen fuer unrichtiges Benehmen und vorschnelles Voreilen in undurchsichtige Sphaeren des Nichtschreibens. Ich kann nicht ohne.  

Es gibt viel zu berichten. Station 1 des Erzaehlens und Drueber-berichtens bist wohl du, der oder vielleicht auch die da jetzt gerade sitzt und sich dieses hier durchliest und mich ihn oder halt sie vermissen laesst. Es ist schon seltsam, wie sehr einem alle auf einmal fehlen, sind sie so far away und fremdartig deutsch, eine Sprache, die mir hier im Gewust von italienischem Protestgeschrebbel und Rumdiskutiere suess und einfach erscheint. Zu diesem Leuteweh kommen zudem noch Situationen wie das Zwinkern vom Papa, der wohl nicht so schlau ist wie er tut, wenn er ganz legger Lottoscheine durch den Apparat zieht, das ewige skeptische Begucken der suessen Omi, die aus irgendeinem Grund immer noch Angst vor mir hat und fluechtet, wenn ich zur Tuer reinkomme, und das permanente Wechselspiel zwischen Albernheit und Genervtsein der Gastgeberin. But, people, trotz alle dem ist Italien, ein Klischeeland mit Rimini, Pizza und Sandstraenden, eines dieser grossen Fundgruben, so wie es eigentlich jedes Land sein kann. Womit wir schon die perfekte Ueberleitung zum Punkt 2 haetten. Turin. Dazu gaebe es eigentlich nur eines zu sagen. Lederjacke! Lederjacke! Yuhu! Folgende Grundgeschichte: In Mailand gibt es ja schon sehr viele Geschaefte, was zur Folge hat, dass ebensoviele oder noch mehr Menschen durch die Strassen rennen und sich alles an die Hand krallen, was vielleicht nur ein bisschen in ihr Repertoir an Kleidern passt, was widerrum zur Folge hat, dass jene wunderschoene, allumfassende, superwunderschrecklichtolle Lederjacke auf einmal weg war, die Madame am Tag zuvor gesehen hatte. Turin erloeste mich mit diesem Fluch - mit einer neuen Lieferung. Mehr gibt es von Turin nicht zu berichten. Na gut, vielleicht findet man da kulturell noch vieles und das Stadtbild ist auch ganz schoen, aber was ist das schon gegen das essentielle Schluesselsymbol Jacke?? Punkt 3: Venedig! Wooow! Ein Trommelwirbel, ach was sage ich, ein Monstertusch, ein Aufspielen des gesamten Orchesters fuer diesen Glamour!!

Ich war wirklich da, beglueckt von ganzem Herzen und im Anlitz einer der wunderbarsten Steadte der Welt so aufgeblueht, wie es nur geht- nein, nicht in meiner 2-Wochen-Heimat Milano, sondern in Venedig. Ich weiss nicht, ob ihr da schon einmal da wart, aber es ist unbeschreiblich, was fuer Eindruecke auf mich einstuerzten, denn das Leben finden die Massen dort in ihrer pulsierensten Form, an Karneval, dem Fest der Masken und des unheimlich schoenen Scheins der Lagunenstadt. Ich sah rote Frauen mit Feuerhaaren und goldenen Ringen im Federkleid, gruene Kanaele mit schwarzen Gondeln und Haeuser, die aus dem Wasser ragten wie Inseln.
Venedig ist rot, ein dunkles Rot, das auch ohne Sonne strahlt und in sich selbst zu leben scheint. Ich sehe alte Maenner ohne Zaehne, aber mit riesigen Schifferklavieren, die an Strassenecken sitzen und mit ihrer Musik gehen. Ich sehe Torrone mit Nuessen und kleine Karamellplaetzchen. Ich sehe Masken und Masken, ueberall, sie verfolgen mich auf recht angenehme Weise und eine, eine weisse Katze mit roten Punkten auf ihren Ohren, eigentliche eine recht untypische ohne Federn, Glitzern und seichtem Frauengesicht, springt mich sogar an, sodass sie eine Minute, ein winziger Augenblick in Venedig, in eine meiner Taschen braucht... Jetzt liegt sie bei mir zu Hause auf dem Bett und wartet auf ihren grossen Auftritt - wie sie es in der Lagune gewoehnt ist. Wie sie es alle sind. Denn: The Show must go on.

12.2.07 09:32


tag 33: ... tell me what you wanna know, oh come on, oh come on! ...

Meine allerwertesten Damen und Herren der Schoepfung. Das mit Pausen und eventuellen Drohungen des Aufhoerens von der Madame darf man als wohl schon herangereifter Klein-Leser bereits Sekunden nach dem Lesen verworfen haben, denn hier bin ich wieder, die Missis Brightside, Vorhang auf, Apokalypse schleunigst wieder weg und ein Trommelwirbel aus Mailand in mein geliebtes Deutschland - because destiny is calling me to write something!

Ich bin hier in Mailand, umgeben von italienischen Omis im obligatorischen Bluemchenkittel, ohne Umlaute auf der Tastatur und mit Kitsch ueber, unter, neben, auf und vielleicht sogar schon in mir; vor meinem Fenster ein Bahnhof, der mich sogar des Nachts immer gut auf Trab haelt, und im Nebenzimmer die dicke Mama mit dem Dreifachkinn und den Uomo della Casa - immer lustig am Zwinkern und am Pralinenessen. Voellig vergessen natuerlich im Schreibwahn die Goennerin meiner Wenigkeit: Sara! Blond, pummelig und ziemlich lustig, genauso, wie eine gescheite Italienerin eben nicht zu sein hat, da das Lustigsein des Oefteren in Albernheit und diverse Mal eauch in hysterisches Zusammenbruellen des ganzen Hauses endet. Nun. Der Duomo ist toll. Der ist Milano. Und der hat ein Dach. Das ist noch viel toller! Denn auf diesem Dach, Madames et Messieurs, kann man sich bei Zeiten hinlegen, auf Treppen von weissem Marmor in Symbiose mit einem stechend blauen Himmel , aus dem eine Sonne laechelt und dir die Haut so anwaermt, dass man denkt, man sei im Sommer in Mailand und nicht im verkackt kaeltesten Monat des Stiefels! Denn es ist hier voellig unklischeehaft scheisse kuehl! Mailand ist trotz alle dem ein Goldstueck fuer Pizzafetischisten, Modeliebhaber und Trendsucher und -finder, wie wir welche sind, ein wahres Mekka. So, und jetzt mache ich schon wieder Schluss, es gibt mal wieder Essen. Ciao!

7.2.07 14:06


tag 32: ... it's time to try the best at all...

Werteste Gefolgschaft. Es ist ja so, dass man sich als Poet nicht gerne zugesteht, dass das Internet und andere Cyberräume in den unendlich auswuchernden virtuellen Welten einen Teil deines Lebens ausmacht - was sich nun allerdings als fälschlich herausstellte. Eine Woche kein Internet und Madame geht völlig am Stock, steht auf'm Schlauch und hat dran zu knacken. Nun, alsdann ich wieder hier drin bin, muss ich leider verkünden, und dieses Leider ist als ehrliches Zeichen meines damit verspürten Herzschmerzes, dass ich erstmal eine künstlerische Schaffenspause einlegen werde bzw. nicht mehr so viele Einträge in solch kurzer... Kürze aufkommen werden. Da ich ja irgendwie sowieso die Befürchtung habe, dass niemand mehr dieses Ding hier liest, sollte dies für die Außenwelt wohl nicht so schwer sein.

Liebste Grüße, eure aileen

20.1.07 11:16


tag 31: ... RING RING RING! Willst du mich bezwing'n? Ich fühle mehr als ich sollte!

Ich hatte keine Ahnung, was ich auf Silvester machen sollte. Jederman ist weg und partytiert lustig am 31. durch die Weltgeschichte, nur ich sah mich vor meinem inneren Auge wieder auf dem Sofa sitzen, in die Glotze starrend und ein wenig an Bridget Jones erinnernd, ein Film, den ich im Übrigen trotz seiner banalen Hollywoodattitüde echt gut find. Wie gesagt, ich habe ja einen unglaublichen Hänger zu dummen Sachen, möglichst unintellektuell und fragwürdig in ihrer Ausführung, doch ich denke, jeder normale Mensch sollte sich einfach mal vor den Fernseher pflanzen dürfen, um Gerichtssendungen anzuschauen oder vielleicht auch Bridget Jones, der, wenn ich es mir recht überlege, überhaupt nicht doof ist – mal abgesehen von Hugh Grant, der wie in jedem Film mindestens zehn mal die Mimik eines Schraubglases annimmt, wenn er im Verzeihung heischend die Augenbrauen hochzieht und sich seine Stirn in die saubersten Falten der Filmwelt legt.

Silvester.    ...   Ein Fest der Knaller, des Alkohols und der erzwungenen Partylaune. Exzessiv werden Sektflaschen beim Countdown geschüttelt, um sie nachher in einem kollektiven Knall aus der Flasche fahren und dem Vordermenschen erstmal in das fertige Gesicht düsen zu lassen, danach wildfremden Menschen um den Hals zu fallen, prompt die gesamte Weltsituation wunderbar feiernswert zu finden und allem, das sich bewegt, ein glückliches neues Jahr zu wünschen. Bis jetzt habe ich mich gegen dieses Wünschen geweigert, denn meistens sind es nicht alle, denen ich ein frohes neues Jahr wünschen will, sondern nur einige wenige, die noch keine Flasche geschüttelt oder Korken in die Klappe bekommen haben.

Nun soll es sich nicht so anhören, als möge ich keine Festivitäten - im Volksmund auch Partys genannt – und wäre ein eingefleischter Sesselpfurzer oder eine aggressive Couchpatatoe. Vielleicht erscheint mein Leben den Unwissenden öde, trist oder gar langweilig. Ich sehe mir den größten Schrott im Internet oder am Fernsehen an, telefoniere höchst ungern, kann stundenlang vor irgendeiner Arbeit hocken und Spaß dabei haben, trinke selten was und wenn, dann wenig, rauche nicht(s) und mache auch sonst keine provokativen Dinge, die manch andere in meinem Alter tun oder wahrscheinlich schon hinter sich haben. Aber ich find mich nicht langweilig, beim besten Willen nicht, ich finde die anderen leben einfach nur penetrant aufgesetzt, künstlich und so reizüberflutet, dass ich mich nicht wundern würde, dass jene aufregende Leben nicht so enden wie die des Pete Doherty, zerschunden durch die eigenen Waffen. Das war übertrieben.

Nun, was werde ich tun an Silvester? Auf der Couch sitzen, Bridget Jones gucken und einsam essen? Oder auf eine Hyperparty gehen, Korken ins Gesicht bekommen und gemeinsam mit einem Haufen Anonymer Häppchen verschlingen? Vielleicht sollte man eine gute Mischung finden, ein arrogantes Nichtglückwünschen der Leute, die man nicht mag, ihnen dafür einen Korken an den Kopf knallen und Häppchen essen, die aussehen wie der Kopf von René Zellweger.

Wir, werteste Gefolgschaft, schreiben nun das Jahr 2007.

Und ich kann euch beruhigen, ich habe natürlich nicht allein gefeiert, sondern zusammen mit den allernettesten Menschen, mit denen man eigentlich Silvester verbringen kann, denn sie sehen weder aus wie René Zellweger, noch haben sie eine weltenübergreifende Organisation was Häppchen und eisgekühlten Sekt angeht. Und es war schön so, sogar trotz der mit sonst so wehleidigen Prinzipalprozeduren wie Bleigießen, „Dinner for one“-Gucken oder Sekttrinkerei, denn ein Gefühl der Vertrautheit, des Rituals machte sich in mir breit, eigentlich ganz angenehm. Anstatt sich mit einer Schar halbbekannter Leute zu unterhalten oder unter den Augen anderer zwanghaft zu tanzen, wird Pizza zusammengerollt und ohne Belag gegessen (der Gastgeber holte sie kühn zwischen die Beine geklemmt auf dem Roller ab – einen gedachten Applaus an dieser Stelle), wird möglichst lange möglichst dummes Zeug von sich gegeben und darüber gelacht und wird noch gute zehn Minuten vor Jahreswechsel schwitzend und inbrünstig Playstation gespielt. Vom Bleißgießen bzw. von dem, was bei jener heuchlerischen Methode der Zukunftsvoraussage herauskam, weiß ich, dass dieses Jahr für mich kein Zuckerschlecken wird.

4.1.07 12:34


tag 30: ... komm, mein Mädchen, reich mir deine Hände ...

Hallo werteste Gefolgschaft, ich grüße euch im kühnen Daseinsgefühl der Realität, dem ultimativen Lebendigkeitsrausch im Fallwind von MIA. und "Komm mein Mädchen", eine Böe der Wut über die Liebe und das Rosa im Leben! Aber nein, denket nicht, ich wäre schlecht gelaunt, im Gegensatz dazu, ich hab ein höllisches Vergnügen hier zu Hause, ein satanistisches Lächeln auf dem feisten Gesicht! Und in dieser Anwandlung retterischer Fliegerei habe ich -aus welchem Grund auch immer- sämtliche Internetspiele durchprobiert und dabei eben jenes höllische Vergnügen in sofern verstärkt, als dass ich kleine Pinguine über Eisblöcke hab springen lassen, Leute deformierte und dabei wie ein Kind schrie und den Drang verspürte, gleich die Treppe runterzuhüpfen, aus dem Haus zu rasen und über die Straßen zu fegen, euch an den Ohren zu fassen und nach Köln zu werfen. Na ja, jedenfalls... ich habe euch verschiedene Ratschläge mitgebracht, was man spielen sollte und was nicht. POPSTARS-Spiel von Pro7. Mmh, geht so. Mein erstes Spiel war das, die Motivation folglich noch in unerahnten Höhen, ich erfand einen Sim namens Mopinette, ein wunderschöner Name für eben jene Virtuellfrau, die aussah wie eine Kreuzung zwischen Annett Louisan und Mops - daher auch dieser geniale Name. Scherz. Nun ja, mit diesem Spiel bin ich auf keinen Fall klargekommen und habe es in jenem Augenblick sofort abgebrochen, als man bei der virtuellen Geldabhebung meine persönlichen Daten und Bankverbinungen haben wollte. Das nächste war dann Trouble on Ice von demselben Sender und das, people, macht echt Gaudi! Probiert das mal aus... so, der Abschied kommt vielleicht ein wenig unerhofft, aber ihc muss jetzt zu Elli, den Bass testen.

Ach, außerdem: Ich habe Jubiläum! Erhebet die Gläser auf mein 30stes, ein wundervollstes Datum, singet laut und betrinkt euch am fließenden Champagner, der aus den tiefsten Höllen zu uns hinauffließt! Mann, man solte MIA echt verbieten. Die machen einen zum Fantasten.

Sag mir wie weit, wie weit, wie weit, wie weit willst du gehn? Mein hungriges Herz durchfährt ein bittersüßer Schmerz, wie weit willst du gehn?

28.12.06 13:37


tag 29: ... es gibt nur ein Leben, und deshalb weiger ich mich, aufzugeben! ...

Mesdames et Monsieurs, ich hab erstmal genug von Festen, das könnt ihr euch beim besten Willen nicht vorstellen, es sei denn, ihr habt drei Tage des absoluten Chaos, des Essens und des Penetrantfreuens erlebt, was ich euch als erfahrener Mensch echt nicht zutrauen möchte.

Der Heiligabend bzw. der Nachmittag vor eben jenem so heiligem Abend beginnt wie gewohnt mit einer Debatte um das essentielle Elementarteilchen (obwohl man anstatt Teilchen hier eher das Wort Monsterbrocken verwenden sollte), um das sich die gesamte Festivität im Eigentlichen dreht: ESSEN! Es ist erstaunlich, wie viel man als rational denkender Mensch schon außerhalb der Weihnachtstage für sein Essen zu geben gedenkt: Stundenlanges Sporttreiben, um das Angegessene abtrainieren zu können, Diätessen, um noch mehr essen zu können, Gourmetrezepte, um von eben jenem nur das Beste zu bekommen, und eine logistische Meisterleistung des Müllabkarrens, um die unendlichen Reste irgendwo unterzubringen. An diesem Abend jedenfalls sind es die Datteln. Voraussichtlich, wie ich unglaublich durchdachte Leuchte nun einmal nicht bin, esse ich am Vortag alle Datteln alleine und vor allem mit ganz viel Genuss auf - dass eben jene Früchte, die auch noch schweineteuer waren, der abendlichen Um-den-Schinken-Wickler waren, wurde mir erst dann klar, als ein kleiner Weihnachtsgnom, vertieft in Baumschmuck und Geschenkeverpacken, die superlogische Erklärung brachte, die mir auch allein hätte einfallen können, dass die Datteln ja auf dem Parmesan und zudem noch neben dem Schinken gelegen hätten. Bei der Frage jedoch, ob ich denn demnächst auch keinen Käse mehr aufmachen dürfe, denn jener läge ja zwei Fächer und dazu noch diagonal über dem O-Saft, machte der Gnom die wundersame Metamorphose zum wütenden Festtagstornado durch - ein Anblick, den ich nie mehr vergessen werd. Nix für ungut, Gnomin... ;-)

So. Die nächsten Tage, also der erste und zweite Weihnachtstag, verliefen zwar nicht ähnlich, aber dennoch nach demselben Schema des vorrausgesetzten Gute-Laune-Prinzips. Wieder einmal ein Paar Schlafanzüge und wieder einmal die Erklärung, warum um alles in der Welt denn "das Muckelchen kein Geflügel ist, das ist ja schließlich kein Fleisch!". Aber gut, ich will nicht so tun, als gefalle mir Weihnachten gar nicht, um den alten Schmarotzerkolumnisten gleichzukommen, die jedes Thema plattschreiben. Vielleicht ist Weihnachten ja doch ein Fest der Familie oder auch des Bewusstwerdens, sei es nur darüber, dass der Baum doch ein wenig zu groß oder das Geschenk ein wenig zu klein ist. Das war ein Schlusswort. Punkt.

27.12.06 16:31


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