tag 28: ... why does it always rain on me? ...

Sehr verehrte Audienz, heute fällt selbst mir überschwänglichem Menschen das Ehren schwer. Ich denke jetzt an die, die sich vergnügt darüber Gedanken machen, was sie heute Abend anziehen sollen, wann sie sich das Taxi zurück bestellen und was um alles inder Welt man noch nach Partyschluss machen könnte - und an mich, die hier sitzt, bedröppelt über das eigene Alter, das ich schon so manches Mal verfluchte, mit Schokolade und den Kooks, die mich jetzt als einzige aus dem Sumpf des universellen Selbstmitleides herausziehen können. Wo wir gerade schon bei Alter sind. Ich finde es unverschämt, grausig und dreist, dass man in der heutigen Welt, in der eh alles nur noch aus Zahlen zu bestehen scheint, sich auf ein Alter festlegt, ab dem man etwas darf, ein Alter, das rein gar nichts über die Reife einer Person aussagt. Wer weiß denn bitte, ob ein siebzehnjähriger nicht doch den Intellekt eines zehn Jahre jüngeren Kindes hat, und wenn doch, sollte man ihn dann eigentlich nicht vor dem Alltag schützen? Es gibt doch bestimmt einen Test im Internet, eines dieser superausgeklügelten Quizportale, bei denen man sich schon zu Anfang die Frage stellt, was um alles in der Welt der Einleitungssatz bedeuten soll - natürlich alles ein Teil der Quizfragerei. Also, ich geh mal eben gucken...

So, nach der Grapschung des erstbesten doch ziemlich bescheiden dreinguckendem Tests steht nun Folgendes fest: Ihr dürft mich Siezen, ich bin 26! Was man nun von diesem Ergebnis halten soll, bleibt jedem von euch selbst überlassen, aber ich denke, es reicht zu jener Annahma, dass ich wenigstens in Gedanken schon 16 bin. Das war das Schlusswort!

20.12.06 18:33


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tag 27: ... we could do with some more poison and the end is hearing noises ...

Madames et Monsieurs, je suis très contente parce-que vous etes ici avec moi et mes pensées d'une monde magnifique et miraculeuse. Merci beaucoup! ... Das war Französisch.

Also, Damen und Herren meiner werten Gefolgschaft des Bloglandes dieser meinen Welt, es ist ja so: Es gibt so viele bekloppte Leute auf diesem Planeten! Man merkt dies schmerzlicherweise immer wieder und jeden Tag aufs Neue, verzieht unter genervtem Verdießlichsein die Augenbrauen und könnte so manche Tischplatte verspeisen, was einem sehr viel verlockender erscheint als die Vorstellung, sich länger mit einem solchen Menschen auseinanderszusetzen bzw. zu ärgern. Es gibt Menschen mit Heckspoilern. Es gibt Menschen mit Tellermienenfrisuren (das sind diese komisch am Kopf entlang gegelten Ringe, die bei Campingausflügen auch als Tisch oder Tablett benutzt werden können). Und es gibt Menschen, die Wolle Petri hören. Und das, meine Lieben, ist echt ganz schön deprimierend, wo es doch so viele, gute Musik auf Erden gibt, die mit einer derart ignoranten ... Ignoranz total ignoriert wird, und das auf so für alle hier verletzende Weise, dass man sich manchmal echt fragt: Ey Hallo und so?! Stundenlang könnte ich mich da exzessiv aufregen! Stun-den-lang! ... Man kann sich jetzt vielleicht als Leser fragen: Warum erzählt sie uns das? Und soll ich euch wirklich antworten? Ich hab nix zu tun! Und deshalb geh ich jetzt, hör Test Icicles und denk ausnahmsweise mal nicht an euch, aber an diverse Lindt-Engel, die ich nun köpfen werde.

15.12.06 19:46


tag 26: ... you've gotta roll with the punches ...

Damen und Herren, werteste Audienz, es gibt ja Kinobesucher und Kinobesucher, zwischen ihnen und uns liegen Welten der Humorisierung und Filmverfolgungstaktiken, wir lieben und hassen sie gleichzeitig für dümmste Einwürfe, die man als Mensch machen kann, und wir parodieren sie immer wieder gerne und mit ganz viel Herzblut, das dramatisch über ihre Köpfe gegossen wird. Nun, ich denke, jeder kennt sie und hat sie schon einmal in irgendeiner Außeinandersetzung erlebt, sei es passiv ("Tschuldigung, aber könnse mal aufhören mit ihren Knien in meinen Rücken zu kloppen?" ) oder auch aktiv ("Ey, ich will ja nix sagen, aber ich hätt mir auch den Film sparen könne, wenn Se die ganze Zeit alles vorherreden!" ), denn es gibt so unglaublich viele Auswucherungen und Klassifizierungen dieser Menschen, wir beginnen gleich mit der schlimmsten. Der Rebell. Er ist grundsätzlich in einer falschen Lage in seinem für ihn viel zu kleinen Sitz verpfercht, probiert ratternd sämtliche Stellungen aus, sei es vorwärts, kopfüber oder mit den Füßen auf unseren Rückenlehnen, und bollert jeden noch so standhaften Menschen in Schutt und Asche. Hat er dann mal eine bequeme Stellung erreicht, stemmt er gerne die Knie in unsere Rücken und lässt sie in einem Moment der totalen Filmhingabe sinken, um sie im nächsten Moment wieder rabiat ins Kreuz zu rammen. Der Raschler. Toffifees, Flipse, Gummibärchen, Salzstangen und Chips in allen nur möglichen Variationen sind das Standardrepertoire für ein jeden Raschler, Knitterer und Krachmacher. Seine besondere Kinoliebe äußert sich darin, dass er bestialisch laut und langsam die größten Tüten öffnet, liebend gerne die Reste aus ihnen herauspult, um sie dann mit lauten Gestöhne, Mampfen und Siegesgeschmatze zu verspeisen, vielleicht noch gekoppelt mit einem gewinnendem und krümeligen Lächeln zum angewiderten Sitznachbar. Der Totalgeflashte. Der Geflashte war im ersten Leben entweder Pyrotechniker, Stuntman oder Producer, denn er weiß alles und mehr über Filme, Produktion udn Aufwand, die er mit kennendem Blicke, einer leicht angezogenen Augenbraue und leise gemurmelten Lauten wie "Nicht schlecht für einfaches Schießpulver!" oder "Mannmannmann, der Spielberg, alter Trickser!",zu schätzen weiß. Der Gethrillte. Hat gerne vor dem eigentlichen Filmbeginn dumme Sprüche wie "Aber wenn's dir zu gruselig wird, mach die Augen zu!" auf Lager, bekommt aber schon bei der Durchsage, der Film sei erst ab 12 ein leichtes Kribbeln in der Magengegend. Es ist nicht ungewöhnlich, dass er nach Filmen wie Harry Potter 3 oder Scary Movie rote Fingerabdrücke auf seinen Augen mit sich rumträgt oder in den ungelegensten Situationen, wo auch nur eine nichtbeleuchtete Wand zu sehen ist, seufzt, erschrickt oder gar kreischt. Der Statist. Der Statist sieht sich als kennenden Teil des Films, als Leitstimme des ganzen Kinosaals, als lieber Opi mit der führenden Hand. Leider geht das Behirten des Statisten soweit, dass er meint, aus eigener Geisteskraft könne man als Unwissender den Film nicht begreifen und verstrickt sich somit in kleine und handliche Seiteneinwürfe wie "Haste den da gesehen? Merk dir den, der wird noch wichtig!" oder "Ne! Erkennste den wieder? Weißte noch, wo der war?", worauf sich der unfreiwillige Zuhörer in einem Gefühl zwischen Blutlüsternheit, Wer-wird-Millionär-Kandidat und Casting befindet. Der Brüller. Den Brüller erkennt man als Kinolaie am Wiehern und Gröhlen, das sich bis weit in die hintersten Ecken des Saales zieht und jeden noch so gut gelaunten Menschen irgendwann in die Verzweiflung treibt, an seinem für ihn charakteristischen Schnaufrhythmus zwischen den Ausrufen und seinen Kommentaren bzw. dem prinzipiellen Wiederholen aller Pointen und Einwürfe, die er immer wieder gerne zum Besten gibt, in der Hoffnung, ein Hörgestörter hätte den Witz irgendwie nicht verstanden.

The Art of ... Kinoviewers...  Mit besten Empfehlungen.

11.12.06 14:58


tag 25: ... for all the things that I've done ...

Meine hoch verehrte Audienz, allerliebstes Publikum, lasst mich zu euch sprechen als Mensch, der eine wundersame Metamorphose in dem Moment durchlebte, als er sich im Spiegel mit einem Nasenfahrrad sah und befand, dass es gar nicht so blöd war! Nein, ist! Vorher wetterte ich noch über Brechstangen und Sichtfenster, doch nun lösche ich den Artikel im Glase meines Angesichts und denke mir, wie viele coole Menschen eine Brille tragen. Johnny Depp zum Beispiel. Eine Brille ist gar nicht doof, denn ich komme gerade von der Couch, auf der ich Zeuge eines Films wurde, in dem eben jener nette Mensch, der es bestimmt auch als reale Person ist und nicht nur im Film, mit einer Brille mitspielte. Und ich fands gut. Und dann, ganz plötzlich, befiel mich das Gefühl: Mmh. Gar nicht so schlecht. An alle Menschen mit Brillen und an all jene, die mal eine bekommen: Man sieht doch echt scheiße intellektuell aus! ... So, ich habe meine Schuldigkeit getan. Applaus, Abgang, "Tschö"!
8.12.06 17:24


tag 24: ... this boy is tocotronic. ...

Madames et Monsieurs, werteste Audienz, mit Freude darf ich euch eine kleine Sache einer großen Sache verraten, die sich bald ereignen wird im Land der Bloggisten, Fantasten und Wundertäter, ein neues Baby des Goldwerkclans wurde nämlich geboren und entwickelt sich langsam aber sicher zu einem philosophischen Blage, wie dieses hier eines ist. Aber mehr will ich noch nicht verraten...

Sodele, was gibt es zu berichten? Nicht sehr viel, wenn ich ganz ehrlich bin. Es ereignete sich nicht so viel zum Kolumnenschreiben, Abfrötzlen oder Zutexten, weshalb ich es nun so machen werde wie viele der bekannten und beliebten Zeitschriftenautoren, die sich die lustigen Dinge, die sie wohl in früheren Leben erlebt haben mögen, aus den Fingern ziehen. Doch es gibt auch nähere Dinge dieser Sphären, die es sich lohnt, wegen ihrer Übertriebenheit schadenfroh - wie schon andere Vorgänger, die dieses taten- auszubeuten. Ja, people, gebet acht, es ist WEIHNACHTEN!! Waaah! Der Schrecken aller Nadelhasser, Krippengucker und Bummler ist gekommen und überschattet uns kotzgrün wie der Grinch! Kein Spaziergang mehr ohne roter Bommelmütze, kein Radio ohne Rentierimitationen und kein Essen mehr ohne Zimt und Orangeat, ein widerliches Zeug, glibberig, gelb und so synthetisch, dass man sämtliche Rohre dieser Welt mit Orangeat oder noch schlimmer, Zitronat, verkleben könnte. Es geht wieder lustig zu auf sämtlichen Märkten, Glühweintrinker belagern die Straßen und erfreuen sich der Nebelschwaden, die den Halbtrunkenen aus den Ohren dünsten, in keinem Laden sieht man auch nur eine Verkäuferin, die die Weihnachtsudelei auch nur annähernd schön und besinnlich findet und die Hobergs haben sich die Dollarzeichen an die Stirn getackert, vor lauter Vorfreude auf Winterschlussverkauf und Weihnachtsangebot. Dazu fünfzigtausend Familienmitglieder, die man das ganze Jahr über nicht sah und die meinen, dich so vollzustopfen mit Sauerbraten, Kartoffeln und Lebkuchen, dass du hinterher selbst aussiehst wie die Gans vor dir und zu guter letzt nicht mal mehr das Treppenhaus hochkommst, weil du dich auf Tnnennadeln der Länge nach hinlegst und dir die Magenwand "brichst". Ich bin ja für holländische Weihnacht: Schokoladenbaumschmuck, Kitsch und Glitter an allen Ecken, vielleicht noch ein paar rot-weiße Weihnachtsdreadlocks an den Kopf filzen lassen und nen kleinen Zimtlikör trinken, bevors auf dem Weihnachtsmarkt in die so schön unchristliche Geisterbahn geht. Ich finds supi. Also, ein schönes Fest euch allen!

6.12.06 18:34


tag 23: ... lights will guide you home and I will try to fix you...

Meine sehr geehrten Damen und Herren, liebe Mädchen und Jungen dort vor der Röhre, die ihr nun, da ich zu euch spreche, wie paralysiert betrachten solltet, lasst euch von meiner heutigen Melancholie erfüllen und höret: heutiges Thema ist nämlich die Philosophie des Wesens auf der Welt, die in ihrer Konfusität und Komplexität doch schon recht konfus und abstrus zu betrachten wäre, hätte man nicht einen lästigen Dunstschleier aus Ammis, Rauch und Atombomben vor dem Gesicht, die einem zusätzlich noch die Sicht erschweren. Nun ist es auf diesem eigentlich wunderschönen Planeten mit seinen unvergleichbar blauen Meeren, den unerreichbar hohen Bergen und den (mal von ein paar Ausnahmen abgesehen) unglaublich tollen Menschen, die auf der Welt herumöckeln und ihr Dasein fristen so gut sie können, doch ganz angenehm. Leider ist dieses Leben, das wir eigentlich für Musik, Kunst und Schönhaftigkeit lieben sollten, echt scheiße beschattet von Dingen wie Atomgedrisse, Krieg und Treibhauseffekt, den wir wundervolle Menschen zum eigenen Verdruss selber Schuld sind. Und dieses wird noch gepusht von der Sorge über Ölpreise, Schulden und soziale Unstimmigkeiten, alle von Geld abhängig, das in einem Leben wie dem unseren eigentlich nur eine sekundäre Rolle spielen dürfte. Wenn ich nur daran denk, dass die Pinguine, die beim Gehen immer so lustig "ö-ö-ö" machen, ihre kleinen Ärmchen wie Flugzeuge von sich strecken und sich dadurch auszeichnen, dass sie ein ganzes Leben lang bei nur einem Partner bleiben, dann wird mir ganz kalt ums Herz. Menschen, was ist das alles traurig, oder? Diese kommerzorientierte Gradlinigkeit... people, we have to do something against that! Meldet euch bei Greenpeace an, kauft den Sprit nur noch vom Trödel und noch mal aufgewertet und überfahrt keine Kröten, sondern steigt aus, hebt sie auf die andere Straßenseite und sprecht zu ihnen, nein, besser, sprecht ein indianisches Loblied im Zuge der positiven Globalisierung. So. Und dann hört euch das hier an. Hund am Strand- Jungen Mädchen. Ist vielleicht nicht das mainstreamigste und gefällt euch nicht, ist mir aber egal.

http://www.youtube.com/watch?v=5HWXGi2D23A

"...wir könnten ein Exempel statuier'n, wir könnten uns lieben und diese Liebe einfrier'n, dann könnten wir die Liebe weiter geben, an andere lieblosere Leben!..."

2.12.06 20:34


tag 22: ... that boy's a timebomb ...

Werteste Gefolgschaft: SDAP, Sadomado und The World's Best Adventscalenda lebe ganz hoch und ganz lang und bekomme einen platonischen Gedankenapplaus! Das nur zu Anfang, denn ich habe mir folgendes überlegt, im Andenken an Sarah Kuttner The Godness (MTV, wir haben dir was mitgebracht: HASS HASS HASS!) und ihrer Sendung (Viele Band, keine Stimmung, MTViiiiiii, viele Bands, keine Stimmung, MTViiiiiii!) werde ich nun folgendes tun, und zwar des öfteren und von Zeit zu Zeit einige Fragen aus ihrem Buch, einem Meisterwerk der heutigen Alltagspoesie, so schön beantworten wie es mir in meinem inberlinalem Verständnis of life eben möglich ist.

1. Rock oder Hose? Sowohl als auch. Ich persönlich mag am liebsten Röhrenjeans, ganz einfach, nicht mit viel Klimbim, Brillis, künstlich aufgenähten Arschgeweihen, sinnreichen Parolen wie "Kiss" oder "Sexy" auf dem Allerwertesten, und Röcke. In der Beziehung dazu, wie oft Mädchen Röcke tragen sollten, bin ich vielleicht ein wenig altmodisch und inemanzipiert, aber ich wär ja für mehr Beinfreiheit und Kleidertragen, ganz traditionell. Allerdings nicht in dem Sinne, höchgeschnürte Faltenröcke dürften höchstens bis zu den Waden gehen und seien nur in moof, grau und beige zu tragen, sondern eher in jener Variante, die bis zum Knie, rot und Petticoatlike sind. Ich liebe es.

2. Müssen wir alle viel mehr über Raumfahrt wissen? Ne. Ich weiß nicht, ob mir dafür der Sinn für Technik, Raketen und Science-Fiction fehlt, aber Staubkörner im All fotografieren und stundenlang kopfüber auf einer Kloschüssel zu hängen, die nicht so funktioniert wie die auf der Erde, finde ich noch langweiliger als mooffarbene Faltenröcke mit Arschgeweih.

3.Was wird besser? Das Jahr, denn es neigt sich dem Ende zu. Echt, Klimakatastrophe und kein Winter im November, ich sehes schon kommen, nächste Woche kommen die Gänse zurück und bringen uns die Vogelgrippe mit.

27.11.06 13:59


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