tag 34: ... you*ll be my star, I*ll be your sky you can hide underneath when you come out at night .

Damen und Herren, ich glaube, ich muss mich bei euch da draussen entschuldigen fuer unrichtiges Benehmen und vorschnelles Voreilen in undurchsichtige Sphaeren des Nichtschreibens. Ich kann nicht ohne.  

Es gibt viel zu berichten. Station 1 des Erzaehlens und Drueber-berichtens bist wohl du, der oder vielleicht auch die da jetzt gerade sitzt und sich dieses hier durchliest und mich ihn oder halt sie vermissen laesst. Es ist schon seltsam, wie sehr einem alle auf einmal fehlen, sind sie so far away und fremdartig deutsch, eine Sprache, die mir hier im Gewust von italienischem Protestgeschrebbel und Rumdiskutiere suess und einfach erscheint. Zu diesem Leuteweh kommen zudem noch Situationen wie das Zwinkern vom Papa, der wohl nicht so schlau ist wie er tut, wenn er ganz legger Lottoscheine durch den Apparat zieht, das ewige skeptische Begucken der suessen Omi, die aus irgendeinem Grund immer noch Angst vor mir hat und fluechtet, wenn ich zur Tuer reinkomme, und das permanente Wechselspiel zwischen Albernheit und Genervtsein der Gastgeberin. But, people, trotz alle dem ist Italien, ein Klischeeland mit Rimini, Pizza und Sandstraenden, eines dieser grossen Fundgruben, so wie es eigentlich jedes Land sein kann. Womit wir schon die perfekte Ueberleitung zum Punkt 2 haetten. Turin. Dazu gaebe es eigentlich nur eines zu sagen. Lederjacke! Lederjacke! Yuhu! Folgende Grundgeschichte: In Mailand gibt es ja schon sehr viele Geschaefte, was zur Folge hat, dass ebensoviele oder noch mehr Menschen durch die Strassen rennen und sich alles an die Hand krallen, was vielleicht nur ein bisschen in ihr Repertoir an Kleidern passt, was widerrum zur Folge hat, dass jene wunderschoene, allumfassende, superwunderschrecklichtolle Lederjacke auf einmal weg war, die Madame am Tag zuvor gesehen hatte. Turin erloeste mich mit diesem Fluch - mit einer neuen Lieferung. Mehr gibt es von Turin nicht zu berichten. Na gut, vielleicht findet man da kulturell noch vieles und das Stadtbild ist auch ganz schoen, aber was ist das schon gegen das essentielle Schluesselsymbol Jacke?? Punkt 3: Venedig! Wooow! Ein Trommelwirbel, ach was sage ich, ein Monstertusch, ein Aufspielen des gesamten Orchesters fuer diesen Glamour!!

Ich war wirklich da, beglueckt von ganzem Herzen und im Anlitz einer der wunderbarsten Steadte der Welt so aufgeblueht, wie es nur geht- nein, nicht in meiner 2-Wochen-Heimat Milano, sondern in Venedig. Ich weiss nicht, ob ihr da schon einmal da wart, aber es ist unbeschreiblich, was fuer Eindruecke auf mich einstuerzten, denn das Leben finden die Massen dort in ihrer pulsierensten Form, an Karneval, dem Fest der Masken und des unheimlich schoenen Scheins der Lagunenstadt. Ich sah rote Frauen mit Feuerhaaren und goldenen Ringen im Federkleid, gruene Kanaele mit schwarzen Gondeln und Haeuser, die aus dem Wasser ragten wie Inseln.
Venedig ist rot, ein dunkles Rot, das auch ohne Sonne strahlt und in sich selbst zu leben scheint. Ich sehe alte Maenner ohne Zaehne, aber mit riesigen Schifferklavieren, die an Strassenecken sitzen und mit ihrer Musik gehen. Ich sehe Torrone mit Nuessen und kleine Karamellplaetzchen. Ich sehe Masken und Masken, ueberall, sie verfolgen mich auf recht angenehme Weise und eine, eine weisse Katze mit roten Punkten auf ihren Ohren, eigentliche eine recht untypische ohne Federn, Glitzern und seichtem Frauengesicht, springt mich sogar an, sodass sie eine Minute, ein winziger Augenblick in Venedig, in eine meiner Taschen braucht... Jetzt liegt sie bei mir zu Hause auf dem Bett und wartet auf ihren grossen Auftritt - wie sie es in der Lagune gewoehnt ist. Wie sie es alle sind. Denn: The Show must go on.

12.2.07 09:32
 


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